ARNO HOLZ PAPA HAMLET PDF

n Christiania. Armer Yorick! Sterben, schlafen vielleicht auch tr„umen? Einstweilen jedoch hatte es allen Anschein, als ob gewisse R cksichten das Elend des. Literatur im Volltext: Arno Holz und Johannes Schlaf: Papa Hamlet. Frankfurt a.M. , S. Der erste Schultag. Editorial Reviews. About the Author. Johannes Schlaf wurde am Juni in Querfurt Papa Hamlet (German Edition) by [Schlaf, Johannes, Holz, Arno].

Author: Tujinn Kegore
Country: New Zealand
Language: English (Spanish)
Genre: Life
Published (Last): 1 January 2011
Pages: 350
PDF File Size: 18.44 Mb
ePub File Size: 11.38 Mb
ISBN: 886-2-59985-520-4
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Der erste war auf grobem, grauem Armeleutspapier geschrieben und kaum zu entziffern. An der Sieben besserte er noch ein klein wenig nach.

Der Haken hinten schien ihm noch nicht schwungvoll genug. Neben ihm stand eine Tasse Kaffee. Er nahm jetzt einen kleinen, behaglichen Schluck draus und ritzte dann auch den zweiten Brief auf. Aber das tat nichts. Gelbes Konzeptpapier und die Linien drauf mit dem stumpfen Ende einer Schere gezogen! Es sah gradezu wohlhabend aus! Ich frage gehorsamst an warum Sie mein Kind am Eine kleine Weile verging. In der Klasse war es ganz still. Sie brauchten dabei zugleich nicht so den fremden, aus Lack und Schulstaub gemischten Geruch in sich einzuziehen, der in dem ganzen Zimmer die einzige Luft war.

Es war wirklich schrecklich! Der Herr Rektor Borchert hatte es ihnen streng verboten. Sonst gab’s was mit seinem Fuchsschwanz! Nur schrecklich rot waren sie dabei. Zuckerkringel, Knackmandeln und Apfelsinen! Seine Notenfeder hatte er wieder weggelegt. Wenn der Herr Rektor Borchert wollte, konnte er sie stellen, wie er Lust hatte. Aber er hatte heute keine. Sie anders zu titulieren war ihm noch nie eingefallen. Es war alles wieder ganz still. Nur die Fliege, die [91] wieder summte, und dahinter das dunkle, dumpfe Gebrande, das unten vom Markt her an die hohen, festen Doppelfenster schlug.

Dazwischen ab und zu eine Knubbelnase, die schnurchelte Seit heute morgen hatte er vor dem Herrn Rektor Borchert einen furchtbaren Respekt bekommen.

Kotel Thiel war nicht halb so schlimm! Er hatte sich so gefreut! Kaffee hatte er schon gar nicht mehr getrunken. Er wollte nur noch immer in die Schule gehn! Nur noch immer in die Schule und dort so klug wie Papa werden! Es war sogar eine Gemeinheit! Man durfte nicht einmal husten! Das alte Pferd hatte ihn genommen und zum Fenster rausgeworfen!

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Es war zu gemein! Der kleine Konditor Knorr, der kleine Steuereinnehmer Zippe und der kleine Schiffszimmermeister Bohl waren nicht hopz so standhaft. Es war die reine Meuterei! Er hatte sich seine Backen mit Mehl eingerieben und seine Nase mit Zinnober bepinselt.

Nur der Fuchsschwanz existierte noch. Nur der kleine Lewin nicht! Dem Herrn Rektor Borchert fiel das gar nicht ein. Er hatte sein System. Und von diesem System wich er nie ab. Der Fuchsschwanz war nur sein Schreckmittel. Der kleine Lewin lachte noch immer.

Er hatte sich wieder schwer auf seinen Rohrstuhl gesetzt. Die Sache eilte ja hajlet. Er spielte mit seinem Siegelring. Es war sonst muckchenstill in der Klasse! Er hatte sich seinen Siegelring wieder an den Finger gesteckt und klopfte jetzt langsam mit ihm an die Seitenwand seines Katheders. Der kleine Lewin war mechanisch aufgestanden. Er bebte an allen Gliedern. Die ganze Klasse hatte wieder laut zu weinen angefangen. Der Herr Rektor Borchert hatte sich jetzt aufrecht mitten auf sein Podium gestellt.

Er lachte nur immer und lachte und lachte Jetzt endlich war der Geduldsfaden des Herrn Rektor Borchert mitten entzweigerissen! Mit einem Satz war er auf den wahnsinnigen Judenhund zugesprungen, hatte ihn an seinem schmierigen Jackenkragen zu packen gekriegt und schleifte ihn nun wutschnaubend auf sein Katheder. Das war der Herr Spaarmann, der liebe, gute Herr Spaarmann! Jetzt brauchten sie nicht mehr zu sterben.

Jetzt war die schreckliche, schreckliche Stunde aus. Jetzt durfte er endlich, endlich mal rausgehn Wie die warme, weiche Luft dort ihnen wohltat! Die roten Schornsteine drauf rauchten, die Spatzen zwitscherten und die Sonne schien! Immer wieder und wieder!

Papa Hamlet by Arno Holz

Er lag jetzt mitten in der tiefen, ausgetrockneten Regenrinne und hampelte dort verzweifelt mit seinen sechs dickbehaarten schwarzen Beinen umher. Treten Sie ein, meine Herrschaften, treten Sie ein! Die Vorstellung wird sogleich beginnen! Tschullu Wabuhu, der Mohr aus Pernambuco, konnte kaum noch jappen.

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Durch die weiten, groben Maschen schimmerte deutlich seine rosa Haut durch. Treten Sie ein, meine Herrschaften! Dieser Mohr aus Pernambuco imponierte ihm! Pole Lackner war sogar auf eine Wagendeichsel geklettert! Etwas weiter nach rechts, auf der anderen Seite des Podiums, stand steif wie aus Holz geschnitzt Eliza Barberini, der Stern aus Paramaribo. Er hatte es ganz deutlich gesehn!

Wenn ick di kreeg, wenn ick di kreeg! Er stand noch immer wie aus Holz geschnitzt auf der andren Seite und schlug die Triangel. Er stand nur ruhig da und schlug seine Triangel. Tschullu Wabuhu, der Mohr aus Pernambuco, konnte ihm jetzt den Buckel langrutschen!

Alle aber braungebrannt und flachshaarig. Ein kleines, splitternacktes Kind steckte sich neben ihm grade seine kleinen, rosa Zehchen in den Mund und lachte. Ich denke, du Aff, du ochst jetzt?! Der kleine Jonathan war puterrot geworden. Aber er hatte seine dicke, blanke Doppelkrone genommen, die ihm sein Papa heute in den Kittel gesteckt, und fest drum die Hand zugemacht. Der kleine Jonathan hatte jetzt laut zu weinen angefangen.

Kotel Thiel schlitzte ihnen damit immer den Bauch auf! Er steckte sein Messer wieder ruhig in die Tasche. Kotel Thiel spielte immer Indianerchen!

Er schluchzte nur so. Der kleine Jonathan sah auf. Er war kreidebleich geworden.

Papa Hamlet

Glaubst du, ich bin ein Jud’? Glaubst du, ich hab’ hier so lange Zeit, zu stehn un nich in die Schul’ zu gehn? Glaubst du, wir haben heute keine Schul’, du Holzz Du bist ausgekniffen, du Aff’!

Willst du nu oder nich? Eine ganze Schachtel voll! Kotel Thiel hatte seine ganze Beredsamkeit aufgeboten. Er stand jetzt breitbeinig vor ihm da. Ihre acht kleinen, dicken Beine stakerten in die Luft.

Verstehst du denn nich?